Mein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu und ich bemühe mich, flexibel wie ein starker Baum all den Stürmen im Außen zu widerstehen …

Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass die Astrologie meine bevorzugte Symbolsprache ist. Die vielen Veränderungen, die wir nun schon seit einigen Jahren erleben, haben sich in den großen astrologischen Zyklen schon lange abgebildet. Und weil ich die zutreffenden Aussagen dieser Symbolik nun schon seit einigen Jahrzehnten beobachte, überraschen mich die globalen Ereignisse, die natürlich auch bis in mein Leben hineinreichen, nicht so sehr. Und trotz allem bin ich fest davon überzeugt: Am Ende dieses großen Wandels wird alles gut!

Überraschend ist für mich dabei vor allem, wie gering der Wert von persönlicher Freiheit allgemein zu sein scheint. Wie viel Bevormundung, Einflussnahme, Fremdbestimmung und Kriegstreiberei der Mensch ertragen kann, um seine (vermeintliche?) Komfortzone nicht zu verlassen.

Ich bin seit meinen späten Zwanzigern beruflich selbstständig. Es gab immer Höhen und natürlich auch Tiefen, das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Selbstständige können sich weniger „zurücklehnen“, sind selbstverantwortlich und sind gut beraten, ein bisserl über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, um Trends oder gar Gefahren möglichst früh zu erkennen. Und vor allem: Sie müssen möglichst flexibel darauf reagieren – im Guten wie im Schlechten. Das ist quasi existenziell!

Tote Pferde reitet man nicht

Auch wenn es schwerfällt, oft richtig weh tut: Als Selbstständige muss man sich von Projekten rechtzeitig trennen, wenn ihre Zeit vorüber ist. Da kann der eigene Wille noch so eisern sein, da hilft alles nix! Hier tritt das allgemein so verwünschte „Loslassen“ in Kraft. Und das betrifft nicht nur das Geschäftsleben.

Bei uns war es 2020 so weit mit dem Blick über den Tellerrand, der verflixten Flexibilität und dem damit verbundenen Loslassen. Sowohl in unserer Werbeagentur als auch in unserem Verlag sind wir von der guten Wirtschaftslage unserer Kunden abhängig. Wer sparen muss, investiert weniger (oder gar nix) in Werbung und muss auch nicht just in diesen Zeiten seinen Webauftritt relaunchen. Als dann nach den verordneten Sperrungen die ersten horrenden Strompreisrechnungen bei unseren Kunden eintrudelten, war Handlungsbedarf angesagt. Sehr schweren Herzens haben wir uns von unserem geliebten Haus getrennt, um unsere Kosten zu minimieren.

Diese bittere Konsequenz kam keinen Tag zu früh, wie die stetigen Umsatzrückgänge zeigten. Wie schwierig die Zeiten für den Medienmarkt geworden sind, zeigt sich an den laufenden Einstellungen sogar sehr etablierter Zeitschriften – nicht nur in Österreich. Da helfen oft selbst die großzügigen Presseförderungen, die viele Medien erhalten (wir nicht!) nix.

Lokale Medien, wie unsere Wein4tlerin, tun sich ein bisserl leichter, doch selbst im Waldviertel, wo wir auch schon seit 2008 Zeitung machten, mussten wir pausieren, weil die Werbepreise nicht mal mehr die (ebenfalls drastisch gestiegenen) Druckkosten einspielen konnten. Unser ganzheitliches Magazin CHI hatten wir zum unglücklichen Termin im Februar 2020 gestartet – wer konnte damals auch ahnen, was uns ab März bevorsteht …

Selbst eine Umstellung auf ein digitales CHI konnte nicht mal die Selbstkosten decken. Und wenn wir auch sehr sparsam leben – leben müssen wir 🙂
Also gab es heuer wieder mal die Erkenntnis: Ein totes Pferd reitet man nicht.

Flexibilität ist gefragt

Ich weiß nicht, wie lange sich dieser globale Wandel noch hinziehen wird. Mit ein oder zwei turbulenten Jahren rechne ich schon noch. Und dann? Wie wird sich die Welt uns dann zeigen? Wie viele Firmen werden bis dahin noch insolvent? Wie viele Menschen arbeitslos?

Längst leben wir alle in unsicheren Zeiten, in denen keine langfristige Planung mehr möglich ist. Das trifft Angestellte, die nicht wissen, ob ihr Arbeitgeber diese Krise bewältigen kann, ebenso wie Unternehmer, die schon lange nur mehr sehr kurzfristig planen können. Wer weiß schon, welche Überraschung morgen auf uns wartet …

Ich mache also weiter: Mit unverminderter Freude und Leidenschaft unsere Wein4tlerin und jeden Webauftritt, der uns erteilt wird. Und weil die Freude und die Leidenschaft für mich essentiell sind, und wir ja schon seit vielen Jahren das Leben mit einem Rudel Border Collies teilen, haben wir unser Hobby ausgeweitet. Während René beim Hundesport so viel Freude und Erfolg hat, gibt er sein Wissen und seine Erfahrung in Kursen weiter. Ich bin ja die Erziehungstante in unserem Rudel und bei Mensch und Tier für die ganzheitliche Gesundheit zuständig. Anfangs aus eigenem Interesse habe ich die Ausbildung zur Tierenergetikerin absolviert und unseren Hunden schon vielfach mit den unterschiedlichen ganzheitlichen Methoden helfen können.

So hat sich nun bei uns daraus ein zweites Standbein entwickelt, das uns viel Freude macht. Und neben dieser vielen Freude dämpft es auch unsere Existenzängste und schenkt uns ein Stück weit das Gefühl von Unabhängigkeit. Denn in unserer eigenen Komfortzone ist es nur dann gemütlich, wenn wir uns keine Sorgen um unsere Zukunft machen, der Freude folgen und selbstbestimmt unseren Weg gehen. Und wenn wir tun, was wir lieben – und das machen wir so auch weiterhin!